Studie: Melatonin hat Therapie-Potenzial bei der Behandlung des Coronavirus (SARS-CoV-2)

25.3.2020: Aktuelle Forschungen legen nahe, dass Melatonin als mögliche Therapie im Kampf gegen das Coronavirus wirksam sein könnte. So wird in der wissenschaftlichen Arbeit Network-bases Drug Repurposing for Human Coronavirus angedeutet, dass Melatonin neben seiner antioxidativen und antiinflammatorischen Wirkung indirekt die ACE2-Expression reguliert, einen Schlüsseleintrittsrezeptor, der an der Virusinfektion mit HCoVs beteiligt ist, einschließlich SARS-CoV-2. Bereits in früheren Forschungen wurde Melatonin bei Viruserkrankungen wie Ebola getestet. In der aktuellen wissenschaftlichen Publikation Treatment of Ebola and other infectious diseases: melatonin goes viral wird davon ausgegangen, dass Melatonin unter anderem das Immunsystem stimuliert, Entzündungen hemmt sowie freie Radikale abfängt: alles wichtige Faktoren, um Infektionen wie Ebola aber eben auch HCoVs zu bekämpfen.

Melatonin Coronavirus (SARS-CoV-2)
Abbildung: Die Welt blickt auf Coronavirus (SARS-CoV-2)

Bislang kein Mittel gegen SARS-CoV-2

Bislang existieren keine Medikamente gegen SARS-CoV-2, weswegen ein dringender Bedarf für die Entwicklung wirksamer Präventions- und Behandlungsstrategien besteht. Studien legen nahe, dass das Hormon Melatonin als mögliche Therapieform im Kampf gegen das Virus effektiv sein könnte. Mit dem Aufkommen des SARS-CoV-2 stehen Medizin und Wissenschaft vor großen Herausforderungen. Vorwiegend durch Tröpfcheninfektion übertragen, kann das Virus grippeähnliche Symptome auslösen, die bis zu lebensbedrohlichen Lungenentzündungen führen können.

Aktuelle Forschungen, die von Wissenschaftlern des Lerner Research Institute in Cleveland durchgeführt und im Fachjournal Cell Discovery mit dem Titel "Network-bases Drug Repurposing for Human Coronavirus" veröffentlicht wurden, sehen in Melatonin einen aussichtsreichen Kandidaten, um klinische Symptome bei Patienten mit Cornonavirus zu lindern. Sie führen dies u.a. auf die antioxidative und entzündungshemmende Wirkung von Melatonin zurück, ein Hormon, das eine Schlüsselrolle bei diesen biologischen Prozessen zu spielen scheint. Eine Entzündung ist ein wesentlicher Bestandteil der Reaktion des Immunsystems auf Verletzungen und Infektionen. Bei Viruserkrankungen kommt es zudem zu einem starken Anstieg von oxidativem Stress, der verschiedene Organfunktionen schädigt.

Schlussfolgerung dass eine Behandlung mit Melatonin die Infektionsrate mit Coronavirus reduziert

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Melatonin darüber hinaus indirekt die ACE2-Expression reguliert, einen Schlüsseleintrittsrezeptor, der an der Virusinfektion mit HCoVs beteiligt ist, einschließlich SARS-CoV-2. Weiters wird angenommen, dass Melatonin ggf. in Kombination mit dem Medikament Mercaptopurin, möglicherweise ein Protein blockieren könnte, das auch als c-Jun bekannt ist und bei Infektionen mit HCoVs eine wichtige Rolle spielt. Insgesamt wird geschlussfolgert, dass eine Behandlung mit Melatonin die Infektionsrate mit Coronavirus reduziert, die asymptomatische Zeit verlängert bzw. den Schweregrad der Infektion deutlich verringert, was letztendlich dazu führt, dass sich das Immunsystem schneller erholt und das Virus effektiver ausgerottet werden kann.

Melatonin spielt bei verschiedenen viralen Infektionen eine Rolle

Bereits frühere Untersuchungen anderer Arbeitsgruppen haben ergeben, dass Melatonin bei verschiedenen viralen Infektionen eine Rolle spielt. In dem kürzlich erst erschienenen Bericht "Treatment of Ebola and other infectious diseases: melatonin goes viral” von Reiter, R.J., Ma, Q. und Sharma, R. im Online-Journal melatonin-research.net beziehen sich die Wissenschaftler auf Forschungen, die Melatonin in Zusammenhang mit vielen Viruserkrankungen, wie z.B. Ebola bringen. Typischerweise sterben mehr als 50% der mit dem Ebola-Virus infizierten Menschen an den Folgen der Infektion. In diesen Arbeiten wird davon ausgegangen, dass das Ebola-Virus zu einer Deaktivierung des Immunsystems führt, wodurch es zu ausgeprägten Entzündungsreaktionen kommt. Die Folge sei oxidativer Stress, der Organe und Zellen angreift. Aufgrund der Schädigung des Endothels der Kapillare kommt es bei Betroffenen im Endstadium zu massiven Einblutungen, einem lebensbedrohlichen Merkmal der Ebola-Infektion.

Melatonin soll die Fähigkeit haben, auch hier das Immunsystem zu stimulieren, Entzündungen zu hemmen sowie freie Radikale abzufangen, sowie die Thrombozytenphysiologie und die Thrombinbildung zu beeinflussen. All dies könne eine bedeutende Rolle spielen, um Infektionen wie Ebola aber eben auch HCoVs zu bekämpfen.

Auch wenn diese Forschungen insgesamt vielversprechend sind, muss die Wirkung von Melatonin bei der Behandlung von Virusinfektionen noch näher untersucht werden. Dennoch sagen die Experten aus den USA, dass der Einsatz von Melatonin zur Bekämpfung des Coronavirus unbedingt in Betracht gezogen werden sollte, auch unter dem Aspekt, dass von Melatonin so gut wie keine Nebenwirkungen zu erwarten sind. Auch postulieren sie eine höhere Dosierung als sie üblicherweise bei Schlafstörungen zum Einsatz kommt.


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