ASICS MetaRide - Testbericht

  • Testperson: Markus Steinacher (Marathonläufer, Trailrunner, SwimRunner, Triathlet)
  • Physio: Neutraler Läufer, Gewicht: 78kg
  • Typ: Hobbyläufer (letzter Marathon im November 2018 in einer Zeit von 3:08:57)
  • Test-Zeitraum: ab 4. März 2019
  • Ausgestattet: WEMOVE RUNNINGSTORE

ASICS MetaRide - die Revolution für lange Distanzen auf der Straße?
Wir wollen es genau wissen!

Fakten zu den Testergebnissen:

Asics MetaRide
Test-Schuh: ASICS MetaRide, US-Größe 10

  • Läufer-Typ: Neutraler Läufer
  • Dämpfung: sehr gut
  • Abrollverhalten: sehr gut
  • Vielseitigkeit: eingeschränkt
  • Trailrunning: nicht geeignet
  • Straßenlauf: geeignet
  • Langstrecken: geeignet
  • Wettkampf (kurz, schnell): nicht geeignet
  • Wettkampf (lang, moderat): geeignet
  • Kurvenlaufen: nicht geeignet
  • Geradeaus: geeignet
  • Bergauf: geeignet
  • Bergab: nicht geeignet
 

Als ich unlängst den RUNNER'S WORLD Testbericht über den ASICS MetaRide las, weckte das mein Interesse. Grundsätzlich "open minded" sind Neuheiten bei mir stets willkommen, solange mich die Idee dahinter anspricht. Da Laufen für mich nicht nur eine Frage der Leistung, sondern auch der Effizienz ist, hat mich das Konzept aus Japan angesprochen. Ein Laufschuh, der es mir ermöglicht, lange Distanzen auf der knallharten Straße mit weniger Kraftaufwand zu meistern - das klingt doch verlockend! Im Bericht von RUNNER'S WORLD ist von - ich zitiere: "Die Mittel- und Außensohlenkonstruktion des MetaRide ist ein neuer Meilenstein." und "Konstruktion soll Kraft sparen" die Rede. Eine große Ansage, wie üblich im Laufschuh-Business, werden "achsotolle" Innovationen als die neue Revolution hochgepriesen. Nun hat auch der Laufschuh-Fachhändler meines Vertrauens, der WEMOVE RUNNINSTORE in Wien, den ASICS MetaRide in sein Programm aufgenommen und als Innovation beworben. Wenn das der Laufschuh-Profi macht, dann muss da mehr dahinter stecken, war mein Gedanke und so wurde mein Interesse geweckt.

Wemove Runningstore
Abbildung: Der WEMOVE RUNNINGSTORE in WIEN MITTE - The Mall

In einem Punkt ist der ASICS MetaRide auf jeden Fall revolutionär: beim Preis! Als ich im Runningstore den Preis sah, viel mir fast der Schuh aus der Hand. Stolze € 250,- werden laut Hersteller für den ASCIS MetaRide verlangt. Das schürt natürlich eine immense Erwartungshaltung für dieses "Rocket-Science"-Laufschuh-Modell. OKAY - Jetzt will ich es erst recht wissen, was dieser Schuh kann. Aber um einen wirklich ernst zu nehmenden Testbericht zu schreiben, ist es meiner Ansicht nach beim ASCIS MetaRide nicht so leicht damit abgetan, einmal zu laufen. Der Laufschuh hat seine Stärken auf der Langdistanz, das heißt für mich, ein Lauf von minimum 2 - 3 Stunden, eher länger. Also muss ich diesen Schuh bei so einem Lauf testen und das auf der Straße. Beim ersten Testgehen bei WEMOVE RUNNINGSTORE fühlte ich mich grundsätzlich im Schuh wohl und gut aufgehoben. Das Gehen und die ersten Laufschritte waren aber recht ungewohnt. Und einen ungewohnten Laufschuh gleich auf der Langdistanz zu testen, geht zu 90 Prozent erfahrungsgemäß in die Hose. Also heißt das für mich, dass ich den Schuh einfach mal auf verschiedenen Terrains bei kürzeren Trainingseinheiten mit unterschiedlichen Tempi durchteste, bevor ich zum Master-Testrun im Rahmen seiner Bestimmung - dem Longrun - übergehe.

Der ASICS MetaRide im Härtetest

Der Test vollzieht sich in mehreren Schritten, von den ersten Schritten bis zum ambitionierten Longrun.

Test #1: Passform und Wohlbefinden

Ich habe einen schlanken Fuß, normalerweise US-Größe 9.5, der Fachberater von WEMOVE RUNNINGSTORE hat mir aber gleich auch einen US 10er zum Probieren gegeben und in der Tat hatte er damit recht. In diesem Fall ist der 10er wirklich die bessere Wahl, speziell wenn der Laufschuh für "Longis" konzipiert ist, kann es nicht schaden, ein wenig mehr Spielraum vorne zu haben. Vom Wohlbefinden passt der ASCIS MetaRide US 10 perfekt. Wie bereits erwähnt, war das erste Gehen und Laufen eine etwas ungewohnte, wenngleich nicht unangenehme Angelegenheit, gewöhnungsbedürftig, aber keineswegs ungut. Trotz seiner "Schaukelpferd"-Sohle vermittelte mir der Schuh ein stabiles Gefühl. Kleiner Kritikpunkt: für € 250,- könnten die Schuhbänder etwas hochwertiger sein.

 

Test #2: 8 x 1.000m Intervalltraining auf der Bahn

 

 

Am folgenden Tag, den 5. März 2019, nahm ich den ASICS MetaRide mit zum Intervalltraining auf die Bahn. Wohlwissend, dass dies nicht der geeignete Terrain für den MetaRide ist, wollte ich ihn dennoch kurz auf der Bahn testen. Wie erwartet, war das keine so gute Idee, denn beim Einlaufen merkte ich bereits, wie sehr ich hier federte. Das Laufgefühl lässt sich am besten mit einem Flummi vergleichen, also gar nichts für mich, der es gerne "direkt" hat. Am Ende des Warm Ups stieg ich einmal kurz aufs Gas ... naja ... und dann wechselte ich für das eigentliche Intervalltraining auf einen anderen Laufschuh. Okay, der Test war unfair dem ASICS MetaRide gegenüber, das nächste Lauftraining wird ein etwas abwechslungsreiches Tempo-Wechsel-Training auf Asphalt und Feldweg sein, mit leicht hügeligem Gelände ...

 

Test #3: 15k Training mit Tempowechel auf Asphalt, Schotter- und Feldwegen, leicht hügeligen Passagen

Asics MetaRide im Test
Abbildung: Hier fühlt sich der MetaRide wohl, wenn es eben und flach dahingeht

Der MetaRide ist ein Cruiser unter den Laufschuhen

Aerobes KomplextraininingDas erste wirkliche Lauftraining mit dem ASICS MetaRide ist beendet und gut ist es gegangen. Der MetaRide hat seine Aufgaben großteils erfüllt, wobei ich der Meinung bin, dass dieser Schuh kein Tempo-Wunder-Wuzzi ist. Im Rahmen des Trainings musste ich zweimal je einen Kilometer aufs Gas steigen. So lief ich den schnellsten Kilometer in 3:51 min, gefolgt von einem 6km langen Easyrun, dann nochmal Tempo, gefolgt von 3 zügigen Kilometern. Mit Ein- und Auslaufen von je 2km war der erste Testlauf 15km lang. Alles in allem war dies ein guter Test um die Vielseitigkeit des ASICS MetaRide auf den Prüfstand zu stellen um mir eine persönliche Meinung zu bilden.

Aus der Werbung habe ich suggeriert bekommen, dass der MetaRide sehr kraftsparend und somit auch ein flotter Laufschuh ist, dachte ich zunächst einmal. Die Erkenntnis aus dem heutigen Lauf bestätigte meine Erwartungshaltung nicht. Das 2km lange Einlaufen war wirklich angenehm und leichtfüßig. Im moderatem Tempo kommt man mit dem MetaRide wunderbar in einen Flow. Der Schuh begünstigt meiner Meinung nach eine leichte Vorlage, was ja biomechanisch im Laufsport erwünscht ist. Mit kleinen Schritten und einer hohen Schrifttfrequenz "flowt" man in der Ebene so richtig schön dahin. Auch bei leichtem Gefälle macht der Schuh richtig Spaß. Stabil läuft es sich auch auf trockenem Erdweg mit kleinen Steinen noch dahin. Allerdings bei der ersten Tempoverschärfung am dritten Kilometer entfaltete der Schuh Kräfte, die mir nicht ganz geheuer waren. Bei höherem Tempo / längeren Schritten beginnt der ASICS MetaRun zu federn, wie als ob ich - überspitzt formuliert - auf einem Flummi laufen würde. Ich kann schwer abschätzen, wie sich andere Läufer damit tun, ich jedenfalls mag dieses "Boing Boing Boing - Feeling" nicht so gerne.

Kurven laufen mit dem ASICS MetaRideEine Schlüsselstelle beim dritten Kilometer war eine Passage auf Asphalt mit einer relativ engen S-Kurve. Hier ging es bergab, weshalb das Tempo zu Beginn der Kurve sehr hoch war. Wenn ich Kurven schnell laufe, dann arbeite ich mit Gewichtsverlagerung. Ich lasse mich zu einem gewissen Grad in die Kurve hineinfallen. Das hingegen gefiel mir mit dem MetaRide nicht so gut, da der Schuh extrem nachgegeben hat. So konnte ich die Kurve nicht dynamisch nehmen.

Der ASICS MetaRide ist super gedämpft und spitze beim Geradeauslaufen aber für mich auch nur bei lockerem Tempo von maximal 5:30 bis 5:00 / km. Aber ich denke für höheres Tempo ist der Schuh auch nicht konzipiert, zudem fühlt er sich auch nicht gerade leicht an. Trotz seines Gewichtes habe ich mich beim schnellen Bergauflaufen (Kilometer 10) mit dem MetaRide sehr wohl gefühlt. Steiles Bergablaufen geht für mich mit dem Schuh gar nicht. Der Schuh wehrt sich irgendwie gegen eine aufrechte Haltung, habe ich das Gefühl.  Der Schuh drängt durchaus nach vorne und die begünstigte Vorlage hat bestimmt ihren Nutzen, daher bin ich der Meinung, dass mit der richtigen Technik und einer gewissen Eingewöhnungsphase der ASICS Metaride seiner gezielten Bestimmung bei langen moderaten Läufen gerecht wird. Bevor ich aber den ersten wirklichen Longrun damit mache, lasse ich mir noch ein paar Tage Zeit.

ASICS Metaride Dämpfung
Abbildung: Der ASICS MetaRide in seinem Revier: flach, eben, geradeaus

 

Test #4: Alltagstauglichkeit - Gehen wie auf Federn

Der Schuh geht sich sehr angenehm, wenngleich zu Beginn auch ein wenig ungewohnt, wie auf Federn. Seine Passform ist sehr komfortabel und sorgt für Behaglichkeit. Dies nimmt allerdings beim Betreten eines Einkaufszentrums mit gewissen Fliesen oder Gummiböden ein Ende, denn die Sohle des ASICS MetaRide quietscht, ähnlich wie bei On Laufschuhen. Das ist nicht so prickelnd, wobei dies meiner Meinung nach kein Kriterium für eine Kaufentscheidung ist. Man kauft sich so einen, noch dazu so teuren, Laufschuh seiner Funktion und spezifischen Bestimmung nach und nicht einer Zweckentfremdung entsprechend. Ich gehe ja auch normalerweise nicht mit meinen Rennrad-Schuhen ins Einkaufszentrum (wobei auch das hat es schon bei mir gegeben) .... :)

 

Dauerlauf mit dem ASICS MetaRide

Test #5: 1 Stunde Dauerlauf

Prima ist sich's heute beim fünften Test des ASICS MetaRide gelaufen. Der Schuh verleiht beim "Joggen" ein super angenehmes und sicheres Auftreten. Wie auf Schienen führt der MetaRide seinen "Rider" ans Ziel. Heute habe ich mit dem Schuh Freundschaft geschlossen und denke nun einen Plan zu haben, wie man die Zügel dieses Langstrecken-Heros im Zaum behält. Der Schuh hat heute wieder bewiesen, dass er für flache, gerade Strecken konstruiert ist.

Zum Traininglauf mit dem ASICS MetaRide

 

Test #6: 17 km Tempodauerlauf

Tempodauerlauf mit dem ASICS MetaRide

Bei Test Nummer 6 erhöhte ich ein wenig das Tempo und die Distanz. Das Lauftraining konnte gut durchgeführt werden. Der MetaRide hat seine Aufgaben erfüllt. Er vermittelte auch bei leicht ermüdeten Beinen dennoch ein leichtfüßiges Gefühl. Das Abrollverhalten ist optimal. Zwei kleine Minuspunkte:

  • In den Rillen und Hohlräumen der Sohle verfangen sich leicht keine Steine, welche beim Aufprall klappern.
  • Auf schiefem Untergrund läuft es sich ein wenig unangenehm. Hier bietet der MetaRide leider keine besondere Stütze.

Zum Training

 

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