Der Laufsport in Österreich - Mythos Marathon

Laufen ist im Grunde genommen die ureigenste sportliche Bewegungsform des Menschen. Vor der Technologisierung unserer Gesellschaft war es ganz normal, gehend oder laufend den Alltag zu meistern. Ohne die Fähigkeit gehen oder laufen zu können, war das damalige Leben mit Sicherheit um einiges Schwieriger als in der heutigen Zeit. Heute ist alles anders, der Laufsport hat sich zu einem hohen Prozentsatz von der Notwendigkeit in ein reines Freizeitvergnügen entwickelt, bis auf den geringen Prozentsatz an Menschen, die ihr Geld als Profiläufer verdienen.

"Laufen ist nicht bloss eine Frage des Wollens, sondern des Seins"

Dieses Zitat stammt von Markus Steinacher (sport-oesterreich.at) der seines Zeichens selbst leidenschaftlicher Hobbyläufer ist. Dieses Video zeigt wunderschöne Impressionen dieser beliebten Sportart.

Marathon - Mytos und Kult des Laufsports

Der Laufsport hat bekanntermaßen auch schon im antiken Griechenland seine Wurzeln verankert. Die von Historikern umstrittene Geschichte vom griechischen Boten Pheidippides, der die frohe Kunde über den Sieg der Griechen bei Marathon nach Athen brachte, um an seinem Ziel angekommen an Erschöpfung zu sterben, gab den Anstoß für die legendäre und heute allseits so beliebte Marathondistanz von 42,195 Kilometer. Erstmals in der Weltgeschichte wurde erst viele hundert Jahre später, im Rahmen der ersten olympischen Spiele der Neuzeit im Jahr 1896, der uns heute bekannte Marathonlauf in Athen veranstaltet. Im Jahr 1982 wurde erstmals der Athen-Marathon auf der "sagenumworbenen" Strecke (von Marathon bis ins Olympiastadion Athen) veranstaltet.

Die bekanntesten Marathon-Laufsport-Veranstaltungen in Österreich

In Österreich hat sich der Straßen- oder auch Volkslauf erst in den letzten 30 Jahren vermehrt durchgesetzt. Mittlerweile kann man sogar schon von einem regelrechten Boom auf die renommierten Laufsport-Veranstaltungen in Österreich sprechen. Den wirtschaftlichen Aspekt dahinter nehmen zahlreiche Neo-Laufevent-Veranstalter als Motivation weitere Laufsport-Events ins Leben zu rufen. Bei einigen Laufveranstaltungen handelt es sich tatsächlich schon um Massenabfertigung im Stil von Großveranstaltungen.

Vienna City Marathon

Als national berühmtestes Beispiel dafür ist der Vienna City Marathon zu erwähnen, bei welchem seit seiner ersten Auflage im Jahr 1984 die Teilnehmeranzahl um ein Vielfaches angestiegen ist. Im Jahr 1984 hat es lediglich 794 Marathon-Finisher (darunter 25 Frauen) gegeben. Wobei man sagen muss, dass dies für die damalige Zeit eine beträchtliche Anzahl an Teilnehmern war. Der heute so populäre Straßenlauf war bis vor 30-40 Jahren noch in Österreich eine sehr unpopuläre Freizeitbeschäftung, ausgeübt von ein paar Verrückten. Heute erfreut sich der Vienna City Marathon an abartig vielen Teilnehmern in den verschiedensten Leistungs- und Altersklassen. Der logistische Aufwand dahinter ist enorm, die Steuerung der Teilnehmer immer wieder ein missglücktes Unterfangen.

Im Jahr 1997 wurde erstmals im Rahmen des Vienna City Marathon die Halbmarathon-Distanz in das Programm aufgenommen. Damit sicherten sich die Veranstalter natürlich einen deutlichen Anstieg bei den Anmeldungen sowie Finishern (Marathon: 5912 Finisher, Halbmarathon: 2052 Finisher). Die Halbmarathon-Distanz ist bis heute extrem beliebt, da das Training für diese Distanz bei Weitem nicht so zeit- und kilometer-fressend ist, wie für den Marathon. Manche sprechen sogar davon, dass der Halbmarathon-Wettbewerb die deutlich gesündere Alternative zum Marathon ist. Diese Aussage ist allerdings lediglich eine Meinung und birgt keine fundierte sportwissenschaftliche Aussage dahinter.

Im Jahr 2015 lag die Anzahl der Finisher auf die Marathon-Distanz bei 5.959 (davon 1.121 Frauen) TeilnehmerInnen. Im Vergleich dazu ist die sehr hohe Anzahl der Halbmarathon-FinisherInnen von 13.986 ein deutliches Zeichen für die große Beliebtheit des Halbmarathons.

Graz-Marathon

Erstmals wurde der Graz-Marathon von der Kleinen Zeitung im Oktober 1993 veranstaltet. Die Strecke führt in einem Rundkurs durch die Grazer Innenstadt. Halbmarathon-Teilnehmer laufen eine Runde, die Marathonläufer dürfen eine zweite Runde laufen. In den Jahren 1995, 1998, 2005, 2010 und 2013 fanden die Österreichischen Marathon-Meisterschaften im Rahmen des Graz-Marathons statt. Im Jahr 2014 gingen Ketema Lemawork (2:22:09) und Conny Köpper (2:45:18) als Sieger hervor. Laufsport-Legende Eva Maria Gradwohl hat in ihrem Heimat-Bundesland von 2002 bis 2006 fünfmal in Serie den Graz-Marathon gewonnen. Seit dem Jahr 2004 wird neben dem Marathon auch der Halbmarathon in Graz angeboten. Die Anzahl der Finisher liegt in etwa bei 5 - 6.000 LäuferInnen.

20 Jahre WACHAUmarathon 2017

Ebenfalls zu den bekanntesten Marathon-Veranstaltungen in Österreich zählt der WACHAUmarathon, der im September 2017 zum bereits 20. Mal ausgetragen wird. Das Team rund um den WACHAUmarathon hat in den letzten Jahren Großartiges geleistet. Allen voran ist hier Mag. Michael Buchleitner zu nennen, der selbst eine sehr erfolgreiche Laufsport-Karriere genossen hat. Für das 20. Jubiläum des WACHAUmarathon haben sich die Veranstalter viel vorgenommen. Wie schon beim Viertelmarathon seit dem Jahr 2015 fällt nun auch bei der Marathon-Distanz die finale Schleife im Stadtgebiet von Krems weg. Damit ergibt sich eine Änderung der Staffeldistanzen und ab 2017 können somit 2 kürzere und 2 längere Abschnitte im Team gelaufen werden. Die Teilnehmer/innen können selbst entscheiden, ob sie zu zweit, zu dritt oder gar zu viert in der Staffel laufen möchten. Die Neuerungen werden möglich durch eine Änderung im Startbereich von Emmersdorf, auf den ersten 5 Kilometern der Marathonstrecke.