Andreas Ernhofer über die verrücktesten 24 Stunden seines Lebens

Wirklich turbulente Tage für Andreas Ernhofer. Auf zwei großartige Nachrichten folgten die „verrücktesten 24 Stunden“ seines Lebens.

Der Saisonbeginn hätte für Ernhofer nicht besser laufen können. Der paralympische Schwimmer trat bei den „Croatian Open“ im Jänner zum ersten Mal bei einem Wettkampf nicht in seinen Paradedisziplinen 50m Brust und 150m Lagen an, sondern versuchte sich über die längeren Distanzen. Dementsprechend groß war die Aufregung an den letzten Tagen vor dem Start. Doch es hätte nicht besser laufen können. Bei drei Bewerben konnte der Feuerwehrmann aus Niederösterreich, der sich 2014 bei einem Sprung ins Wasser drei Halswirbel gebrochen hatte und seitdem im Rollstuhl sitzt, drei Medaillen erreichen und zusätzlich auch zwei neue österreichische Rekorde aufstellen. „Mit einem neuen Rekord in die Saison zu starten war natürlich der Wahnsinn“, erinnert er sich.

Tokio-Ticket in der Tasche

Und die Jubelmeldungen sollten nicht abreißen. Ganz im Gegenteil. Im Februar kam die langersehnte Nachricht des Internationalen Paralympischen Committees: die rot-weiß-roten Männer haben zwei Quotenplätze für die Paralympischen Sommerspiele in Tokio (25. August bis 6. September 2020) fix. Da Ernhofer die Qualifikation dafür bereits im September erbracht hatte, stand fest: Er fährt erstmals zu Paralympics: „Das Warten hat ein Ende, jetzt haben wir es Schwarz auf Weiß. Der Trainingsaufwand in den letzten Jahren war enorm hoch, dieser Moment ist Lohn für die harte Arbeit.“ Dabei sein ist für den Niederösterreicher aber nicht alles. „Es sind noch sechs Monate bis zu den Spielen, jetzt heißt es weiter Gas geben im Training und bei den Wettkämpfen, um Österreich bei den Paralympics würdig zu vertreten. Mein großer Traum ist eine Medaille bei den Paralympics. Ob ich mir diesen bereits 2020 erfüllen kann, steht noch in den Sternen. Ich habe bereits vor meinem Unfall von den Spielen geträumt – dass es nun wirklich Realität wird, ist eine super Sache.“

Die verrücktesten 24 Stunden meines Lebens

Als i-Tüpfelchen der letzten Wochen durfte sich Andreas Ernhofer auch noch über eine Trophäe freuen: Bei der NÖN-Sportlerwahl wurde er zu Niederösterreichs Sportler des Jahres 2019 gekürt: „Am Ende waren es über 8.000 Stimmen für mich, absoluter Wahnsinn! Ich muss mich bei allen bedanken, die abgestimmt haben.“ Nach der Ehrung ging es zur World Series in Lignano, wo eigentlich ein internationales Kräftemessen auf dem Programm stand. Eigentlich. Denn der Coronavirus machte dem Wettkampf einen Strich durch die Rechnung – und sorgte für bange Stunden. Der Bewerb wurde – wie aktuell viele andere Sportereignisse in Italien – abgesagt, da in Norditalien mehrere Corona-Fälle bekannt wurden. „Zuerst hieß es, dass ganz normal geschwommen wird. Wenig später kam die Info mit der Absage. Dazu wurde uns mitgeteilt, dass der Zugverkehr aus Italien eingestellt wird“, berichtet Ernhofer. „Also haben wir uns noch in der Nacht ins Auto gesetzt und sind die Heimreise angetreten.“

Der Weg nach Tokio

Eine kurze und wohlverdiente Erholung. Doch schon in Kürze geht es für Ernhofer wieder zur Sache. Die „Road to Tokyo“ biegt auf die Zielgerade ein, in einem halben Jahr steigt die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt. Am 7. März wird der Heeressportler bei den Salzburger Landesmeisterschaften („Wettkämpfe vor heimischer Kulisse sind immer besonders“) antreten. Im April steht ein einwöchiges Trainingslager auf dem Programm, ehe es im Mai zur Para-Schwimm-EM in Madeira (POR) geht. „Es ist schon speziell, dass in diesem Jahr gleich zwei Großereignisse anstehen. Das große Ziel ist und bleibt aber Tokio, die EM kann nur ein Zwischenschritt sein“, so Ernhofer.


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